Schlaf Kindlein… (DE)

1 comment
Bez kategorii, Family

German version.

Schlaf Kindlein …

Wieder einmal muss man in der Nacht aufstehen und füttern, trinken geben, kuscheln, wickeln, schaukeln oder einfach nur da SEIN… Die meisten jungen Eltern klagen in den ersten Lebensmonaten ihres Babys über chronischen Schlafmangel. Das Baby wacht mehrmals während der Nacht auf oder in den späteren Monaten- einfach zu früh! Das letztere kommt bei uns zu Hause oft vor und wenn ich mich beschwere, dreht meine Freundin- Mutter, die seit Wochen nicht durchschläft- mit dem Kopf und sagt, ich sei verwöhnt… Aber viele Mütter probieren es nicht mal was zu ändern, bzw. haben Angst was Neues einzuführen. Sie beschweren sich oft, machen aber nichts dagegen! Das ist so, als ob man an einer toxischen Beziehung festhalten würde, obwohl man weiss, dass man als Single besser dran wäre…

Ich habe zwei aktive Söhne (1.5 und 3.5 Jahre alt), die sehr unterschiedlich sind. Bei beiden musste ich deren Vorlieben neu herausfinden. Viele Erfahrungen-beftreffend des Kinderschlafs-die ich mit meinem ersten Kind gemacht habe, haben auch bei dem zweiten geholfen. Trotzdem kann ich nicht behaupten, dass es bei meinem Kleineren einfacher war! Im Gegenteil! Aber dazu komme ich später…

Auf jeden Fall, schon während der Schwangerschaft habe ich von meiner Schwiegermutter ein Buch bekommen: “Jedes Kind kann schlafen lernen”. Dieses Werk polarisiert in der Elternwelt- die dort vorgestellten Methoden haben entweder grosse Freunde oder bittere Feinde. Für mich hat sich das Buch als eine gute Stütze rausgestellt, obwohl ich- wie ich es bereits in einem anderen Post erwähnt habe- keine Freundin von irgendwelchem Extremismus bin! Ich habe viele Ratschläge der Autorin in unserem Alltag erfolgreich umgesetzt- aber nicht jeden und um jeden Preis! Ich habe versucht dem “Schlafproblem” mit gesundem Menschenverstand zu begegnen und vor allem aber auf die Stimme meines Herzens zu achten- das sind doch meine Kinder oder? Vorschläge wie: “ob sich ihr Kind beruhigt hat oder nicht- nach 2 Minuten verlassen sie das Zimmer und schauen wieder auf die Uhr”, waren absolut nicht “mein Fall”… Aber die meisten Methoden fand ich gut und wirksam und ich bin sehr dankbar für sie. Die wichtigsten für mich (Basics) möchte ich gerne mit Dir teilen.

SLTT 140808_104_0622_02

  1. Routine.

Feste Zeiten sind für ein Baby die beste Einschlaf-Hilfe.

Lege dein Kind immer zur gleichen Zeit in sein Bettchen! Das ist meiner Meinung nach, der wichtigste Ratschlag betreffend des Kindesschlafes. Darüber habe ich mit sehr vielen Elter gesprochen, unter anderen mit einem Vater von 5 Kinder- darunter auch Zwillinge. Glaubt mir- er wusste genau wovon er spricht! Bei so vielen Kindern muss man sich eben sehr gut organisieren können.

Auch wenn Du das Gefühl hast, dass dein Baby gar nicht müde ist, lege es trotzdem immer zur gleichen Zeit zum schlafen. Dimme das Licht und vermeide alles was auf das Kind reizend wirken könnte. Natürlich kannst du nicht erwarten, dass es sofort einschläft, wenn es bis dahin selber entscheiden konnte, wann es schlafen geht (und meistens waren das viel spätere Uhrzeiten)! Aber wahrscheinlich schon nach paar Tagen fängt die innere Uhr deines Babys sich auf diesen Rhytmus umzustellen und wird dann immer zur gleichen Zeit müde. Das wiederum hilft Dir bei dem ganzen “Schlafprozess” weiter.

2. Ritual.

Vor dem Schlafengehen, schaffe deinem Kind immer die gleiche ruhige Atmosphäre! Das bedeutet nicht nur den gleichen Ort und die Zeit, sondern auch dieselbe Beleuchtung oder Musik wie am Abend davor.

Ein immer ähnlicher Ablauf des Tages oder Abends vermittelt Kindern das Gefühl der Sicherheit. Wenn dein Baby weisst, was ihr als nächstes tun werdet, kann es sich auch eher auf sein Schlaf einstellen…

SLTT 12_0732_04

3. Alleine einschlafen.

Ganz oft, wenn andere Mütter bei uns zu Abendzeit zu Besuch sind, kriegen sie mit, wie ich meine Kinder ins Bett lege. Meistens wundern sie sich, dass ich so schnell “alles erledigt habe” und wieder zurück bin. Ich bin sehr stolz darauf, weil wir mit meinem Mann etwas geschafft haben, was allen in der Familie das Leben erleichtert hat und sind mit dem Ergebnis natürlich sehr zufrieden. Die Kinder schlafen meistens nach dem ganzen Ritual problemlos ein- jeder in seinem Bettchen!

Aber obwohl es sich einfach anhört, war der Anfang alles andere als das. Vor allem bei unserem jüngerem Sohn. Das war ein Prozess, der meinen Mann und mich sehr viel Geduld gekostet hat. Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat!

Seit der Geburt möchte ein Kind die Nähe und Liebe der Mutter spüren, denn sie ist die einzige Person die ihm vertraut ist und bei der es sich sicher fühlt. Es ist ja klar, dass es sich von ihr nicht trennen möchte. Mutter jedoch, je grösser ihr Baby wird, braucht etwas mehr “Luft”. Sie möchte auch mal mit ihrem Mann alleine sein oder sonst was anderes nur für sich selbst machen- und das ist doch normal!

In dem oben erwähntem Buch ist genau beschrieben, wie man einem Kind das selbständige Einschlafen beibringen kann- meiner Meinung nach manchmal etwas drastisch und so, als ob es sich um eine “Bedienungsanleitung einer Maschine” handeln würde. Es geht darum, dass man das Kind bei vollem Selbstbewusstsein in sein Bett legt und rausgeht. Natürlich wenn es weint, sollte man zurückkehren! Aber da ist es tabellarisch dargestellt, wie lange man mit einer Uhr in der Hand warten muss, bevor man wieder zu dem Kind zurückkehrt. Jedem das Seine. Ich habe so NICHT gemacht.

Klar, ich habe mein Kind (bei beiden Söhnen circa gleich) nach unserem Ritual mit vollem Selbstbewusstsein ins Bett gelegt, Flasche gegeben und bin nach Zärtlichkeiten rausgegangen. Meistens, wenn die Milch zu Ende ging, fing es an zu weinen. Also bin ich immer zurückgekehrt und habe es beruhigt, in dem ich es gestreichelt bzw. gekuschelt habe. Gleichzeitig habe ich immer mit sehr ruhiger Stimme geflüstert, dass Mama in der Nähe ist und alles in Ordnung ist. Dann folgte noch lächeln und Küsschen und dann war ich wieder hinter der Tür. Mein Kleiner hat oft, nach dem ich weg war wieder angefangen zu weinen- also habe ich jedes mal etwas abgewartet (nach Gefühl) und habe das gleiche Program wiederholt. Immer wieder, manchmal mehrere Male. Dabei habe ich aber versucht die Zeit zwischen meinen “Besuchen” immer mehr auszuzögern. Und ich habe mein Kind nicht aus dem Bett rausgeholt- nur selten, wenn es sich nicht beruhigen konnte.

Mein älterer Sohn hat sich sehr schnell an diese Vorgehensweise gewöhnt und die Tatsache, dass ich aus dem Zimmer rausgehe, wurde für ihn etwas normales, wovor man keine Angst haben muss. Er wusste nach kurzer Zeit, dass ich immer in der Nähe bin- auch wenn er mich nicht sieht!

Mein kleinerer Sohn hat sich als wiederstandsfähiger gegen meine Vorgehensweise herausgestellt. Es hat uns mehr Zeit gekostet, ihm zu helfen alleine einzuschlafen. Jedes Kind ist eben anders. Auf jeden Fall, wenn mein Kleiner mitbekommen hat, dass ich gleich rausgehen werde, hat er angefangen zu weinen, oft während ich noch im Zimmer war.

Ich habe viele Methoden probiert. Ich liess gedimmtes Licht an, legte ihn neben mir ins Bett, was immer mit einer “Party” seinerseits geendet hat… Ich fing auch an laut Bücher zu lesen- für mich- damit er meine monotone Stimme hört… Nichts half. Endlich habe ich angefangen ihn auf den Arm zu nehmen, um zusammen mit ihm zu trainieren! Bei seiner ruhigen Musik habe ich Squats in verschiedenster Weise gemacht! Diese Vorgehensweise hat sich für uns beide als sehr gut rausgestellt. Er wurde seitdem jedes mal in den Schlaf geschaukelt und ich hatte mein tägliches Workout abgehackt! 😉 Diese Methode wurde zu unserem neuem Ritual und hat bewirkt, dass das abendliche Schreien fast vollständig aufgehört hat. Dies hat unserer Familie sehr gut getan. Nach paar Wochen solcher Trainings habe ich festgestellt, dass ich mein Kind auch ohne vorherige “Gymnastik” hinlegen kann, da er schon immer um die Zeit extrem müde wurde. Somit musste ich mir eine andere Zeit fürs Fitness suchen. 😉

SLTT 140808_104_0622_10

4. Durchschlafen.

Mein Kind hat gelernt selbständig in eigenem Bettchen einzuschlafen. Dies hat aber noch nicht bedeutet, dass er die Nächte vollständig durchschlafen kann! Der Kleine wachte immer noch zwischen 3 und 4 Uhr auf und wollte Milch haben. Was musste man diesmal tun? Ihm die nächtlichen Mahlzeiten abzugewöhnen! Das war jedoch schwieriger als bei meinem älterem Sohn. Damals dieser Prozess dauerte max. 4 Nächte. Diesmal- mehrere Wochen… Warum?

Mit “dem Grossen” war ich mehr konsequent. Wenn er nachts aufwachte und essen wollte, gab ich ihm Wasser. Auf diese Weise habe ich versucht seinen Magen auf die längeren Essenspausen umzustellen. Am Anfang protestierte er natürlich lauthals, und tatsächlich, gab ich 1-2 Nächte nach- nicht länger. In den kommenden gab es keine Milch, statt dessen so viel Wasser er wollte. Auch wenn er geweint hat, war ich bei ihm, habe gekuschelt usw. aber was das nächtliche Essen angeht, war ich konsequent- obwohl es verdammt hart war! Keine normale Mutter mag ihr Kind schreien hören! Jedoch nach ziemlich kurzer Zeit (max. 4 Nächte), wachte mein Kind nicht mehr in der Nacht auf um zu trinken. Ich weiss es nicht- vielleicht hat sich das für ihn nicht mehr “gelohnt wegen des bisschen Wasser aufzuwachen”… 😉 Und ich glaube nicht, dass mein Kind jetzt deswegen irgendwie traumatisiert ist- ganz sicher nicht. Dank dieser Methode hat er angefangen die Nächte durchzuschlafen und war er selber, sowie wir Eltern viel mehr relaxt am nächsten morgen. Darum geht es doch! Glückliche Eltern = glückliche Kinder!

Mit Kleinem war die Sache etwas komplizierter, da ich die ganze Zeit versucht habe sein nächtliches Weinen auf möglichst null zu reduzieren. Ich wollte auf keinen Fall, dass er seinen älteren Bruder oder seinen Vater weckt und so habe ich nachts immer nachgegeben. Irgendwann kam aber der Zeitpunkt, an dem ich die “Schnauze voll” hatte! Nachts hat an mir ein Baby gezerrt und am Tag ein aktives Kleinkind. Ich war total müde und musste die Situation unbedingt ändern. Um auf die lange Sicht mehr Energie am Tag zu haben, musste ich endlich mein Opfer darbringen. Und zwar Opfer in einer Form von weiteren noch schlimmeren Nächten (ca. 5, wo unsere ganze Familie wach war) und noch mehr müden Tagen als bis dahin.

ABER! Meine nächtliche “Kämpfe” haben sich gelohnt! Endlich konnte ich meine Mutter anrufen, um ihr eine wunderbare Botschaft überzubringen: Beide schlafen durch!!! Seit dem muss mein Kleiner nicht mehr nachts aufstehen um zu essen. Wunderbar!


Ähnliche Situation hatten wir aber wieder, als ich angefangen habe beide Kinder in ein Zimmer schlafen zu legen. Bis dahin haben beide meiner Kinder bis sie über 1 Jahr alt wurden, in eigenem Bettchen an meiner Seite im Schlafzimmer geschlafen. Obwohl wir zu Hause keinen Platzmangel haben, wollte ich, dass sie ein gemeinsames Zimmer haben. Ich habe sehr gute Erinnerungen von meiner Kindheit, was ein geteiltes Zimmer angeht. Zusammen sein ist für Kinder viel schöner! Wie auch immer, musste ich auch hier paar Nächte (genau 3) opfern, bis die beiden aufgehört haben sich in der Nacht gegenseitig zu wecken. Auch das hat sich jetzt gut eingespielt und funktioniert gut.

In dem umstrittenen Buch gibt es noch viel mehr Ratschläge und ich habe nur 4 für mich wichtigsten erwähnt. Natürlich sollte man neue Sachen nie einführen, wenn das Kind krank ist oder unter irgendwelchem Stress steht. Kinder lieben Routine und jede unangenehme Abweichung bringt eine neue Unruhe mit sich. Jede Mutter sollte immer auf die Stimme ihres Herzen hören und die Reaktionen ihres Kindes sehr gut beobachten. Die Vorschläge vom Buch sollte sie an das eigene Familienleben anpassen, dann wird es auch funktionieren. Der blosse Versuch blind einem Buch zu folgen führt nur zur Frustration und zu negativen Nebeneffekten und Traumas bei Babys. Also, wie bei allem im Leben, muss man auch diesem Thema mit dem gesunden Menschenverstand begegnen!

Damit möchte ich Euch Muttis wünschen, dass auch ihr Eure Methoden findet und endlich den lang ersehnten, undurchbrochenen Schlaf geniessen könnt! 😉

Wenn ihr noch andere Erfahrungen habt, etwas was Euch geholfen hat- zögert nicht das hier zu schreiben! Es könnte auch anderen verzweifelten Müttern helfen:

Facebook Fanpage: https://www.facebook.com/modernmomblog/

Vielen dank, fürs Lesen.


Hier gebe ich auch den Titel und Autorin von dem erwähntem Buch an:

“Jedes Kind kann schlafen lernen”- Annette Kast-Zahn, Hartmut Morgenroth

http://www.amazon.de/Jedes-Kind-kann-schlafen-lernen/dp/3833836180

Advertisements

One thought on “Schlaf Kindlein… (DE)”

  1. Pingback: Schlafe Kind!!! (DE) | modern mom blog

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s